Sexwork.ch – Infos for sexworkers in Switzerland

CORONAVIRUS/COVID-19

Hinweise für Sexarbeiter*innen

Liebe Sexarbeiter*innen

AKTUELL IST SEXARBEIT IN DER GANZEN SCHWEIZ VERBOTEN

Das Corona-Virus ist eine Gefahr für alle. Für eure eigene Sicherheit und die Sicherheit anderer Menschen gilt: Bitte arbeitet im Moment nicht! Wer trotzdem arbeitet riskiert hohe Bussen, eine Einreisesperre in die Schweiz oder bis zu drei Jahre Gefängnis. Falls ihr finanzielle Schwierigkeiten bekommt, kontaktiert bitte die nächstliegende Beratungsstelle.er

English
 
Prokore hat auch ein Statement bezüglich Corona verfasst (vom 17. März 2020)

Ausserdem verweist ProKoRe auf die Informationen des BesD, dem Berufsverband erotische und sexuelle Dienstleistungen e.v. aus Deutschland:
Link: Corona „Das sollten Sexarbeiter*innen (und auch alle anderen) jetzt beachten“


Corona Erwerbsersatzentschädigung für Selbstständigerwerbende im Erotikbereich

Seit dem 24. März können alle Selbstständigerwerbenden, die aufgrund einer bundesrechtlich angeordneten Betriebsschliessung einen Erwerbsausfall erleiden, Antrag auf Erwerbsentschädigung stellen. Dies betrifft auch Sexarbeiter*innen.

Auch Sexarbeiter*innen, die aufgrund der Anordnung nach Hause gereist sind, können diesen Antrag stellen mit der Voraussetzung, dass sie bei der AHV versichert sind.

Alle Informationen sowie das Anmeldeformular finden sich hier:

Link: Anmeldeformular (Deutsch)
Link: Anleitung (Deutsch)

 

Kurzarbeit

Arbeitgeber können für ihre Angestellten bei der Arbeitslosenversicherung Kurzarbeitsentschädigung beantragen. Dafür müssen sie das Formular Voranmeldung von Kurzarbeit (Covid-19) ausfüllen und an die zuständige Arbeitslosenkassen schicken. Sie brauchen das Einverständnis aller von Kurzarbeit betroffenen Mitarbeitenden. Die Formulare finden sie hier.

Wird der Antrag gutgeheissen, zahlt der Arbeitgeber den Arbeitnehmenden weiterhin 80% ihres regulären Monatslohns. Unternehmen, die von der Arbeitslosenversicherung Entschädigungsleistungen für Kurzarbeit erhalten, müssen die gesetzlichen Sozialversicherungsbeiträge wie bisher in vollem Umfang leisten.

Link: Formulare für Anmeldung Kurzarbeit

 

Empfehlungen SKOS Sozialhilfebezug Corona

Wer keine Erwerbsersatzentschädigung beantragen kann oder es zu lange dauert, bis diese ausbezahlt wird, kann Sozialhilfe beantragen. Sozialhilfeberechtigt sind Schweizer Staatsbürger*innen sowie Ausländer*innen mit einer Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz.

Die SKOS hat dazu spezielle Richtlinien für die Sozialhilfe angesichts dieser Epidemie erlassen. Darin schreiben sie "Sozialhilfe muss rechtzeitig erbracht werden. Unaufschiebbare wirtschaftliche Hilfe muss in dringenden Fällen sofort geleistet werden. Unter Umständen besteht bereits ein Unterstützungsanspruch, wenn die persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse noch nicht vollständig abgeklärt sind, aber mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Sozialhilfeanspruch besteht." Auch wenn die Anträge nicht vollständig sind, müssen die Sozialämter Unterstützung leisten.

Link: SKOS-Empfehlungen zur Sozialhilfe während der Epidemie-Massnahmen

 

Nothilfe

Personen mit bewilligungsfreiem Aufenthalt und damit ohne festen Wohnsitz in der Schweiz (zum Beispiel Personen im Meldeverfahren) haben gemäss Artikel 12 der Bundesverfassung Anspruch auf Nothilfe. Diese kann bei den sozialen Diensten der Gemeinde oder des Kantons beantragt werden. In der Stadt Zürich läuft das über das ZAV (Zentrale Abklärungs- und Vermittlungsstelle). Viele Gemeinde und Kantone weigern sich aber und fühlen sich nicht zuständig.

Viele Sexarbeitende fallen darum trotzdem durch alle Maschen der staatlichen Unterstützung, darum haben viele Beratungstellen Spendenaufrufe für Nothilfe lanciert. Spenden sind herzlich willkommen und dringend nötig.

 

Verlängerung Aufenthaltsbewilligung

Gemäss SEM sind für alle Fragen in Bezug auf die Verlängerung von Aufenthaltsbewilligungen die kantonalen Migrationsbehörden zuständig. Solche Bestimmungen müssen deswegen individuell beim kantonalen Migrationsamt abgeklärt werden.

Das Migrationsamt des Kantons Zürich hat folgende Bestimmungen erlassen:
Personen mit Touristenvisa, im Meldeverfahren oder solche, die ohne Visa für drei Monate in die Schweiz einreisen durften, stellt das Migrationsamt Zürich eine Duldung bis zum 30. Juni 2020 aus. EU/Efta-Staatsanghörige sollen auf dem Landweg nach Hause fahren. Die, die nicht nach Hause gehen können, sollen frühestens 10 Tage vor Ablauf des Visums auf das Migrationsamt gehen und sich am Schalter melden. Sie benötigen einen Reisepass, eine Reiseversicherung sowie einen Bürgen (welcher auch noch per Formular nachgereicht werden kann). Die Verlängerung des Visums kostet zwischen 45 Franken.

Link: Migrationsamt Zürich Corona Praxisanpassung

Mietkosten

Der Schweizer Mieterinnen- und Mieterverband hat ein Rechtsgutachten zur Bezahlung des Mietzinses für Geschäftsräume während der Covid-19-Epidemie publiziert. Das Gutachten sagt, dass Mieter und Mieterinnen von Geschäftsräumlichkeiten nicht verpflichtet sind, den Mietzins weiter zu entrichten, solange sie ihre Geschäftstätigkeit wegen der gegen die Covid-19-Epidemie ergriffenen Massnahmen nicht ausüben können. In Zürich ruft der Gastroverband die Gastgewerbsbetriebe die Mieten nicht mehr zu bezahlen.
Die Rechtslage ist aber natürlich ungelöst, am Schluss wird früher oder später ein Gericht darüber entscheiden.

Link: Artikel vom Mieterverband: Mietszinsreduktion bei Geschäftsräumlichkeiten
Link: Standardbrief vom Mieterverband zur Reduktion der Miete von Geschäftsräumen

 

Aktuelle Informationen zum Coronavirus und zur aktuellen Lage in der Schweiz:

Link: Website des Bundesamts für Gesundheit

 

Diese News werden laufend akutalisiert. Stand 1. April 2020.


LEXI-APP

 

LEXI App, eine Mobile App für Sexarbeitende mit wichtigen Infos zur Arbeit, Sicherheit und Gesundheit, ist da! Gratis und ohne Registrierung.

Arbeiten Sie als Sexarbeitende in der Schweiz? In der App finden Sie alle wichtigen Informationen dazu.  

Die Lexi App gibt Aufschluss über  Fragen zu Sicherheit, Gesundheit, Arbeiten, Steuern und Sozialversicherungen. Sie ist in den folgenden Sprachen verfügbar: Deutsch, English, Français, Italiano, Español, Português, Română, Magyar, български, Polski, ไทย, slovenský. 

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