Die Projekte zur Gesundheitsförderung werden grundsätzlich in zwei Kategorien eingeteilt.
 
Ersteres informiert über Methoden zur Gesundheitsförderung, mittels Broschüren, Beratungen, usw.
 
Des Weiteren sollen, sogenannte „Risiko- Gruppen“ mehr Kontrolle über ihr eigenes Leben erlangen. Das Ziel ist es einerseits einen einfacheren Zugang zur Gesundheitsversorgung zu ermöglichen (kostenlose Präservative, niederschwellige Gesundheitsangebote, bessere Zusammenarbeit mit Behörden usw.) und andererseits die praxisbezogenen Anweisungen in die Tat umzusetzen. Der Prozess zur Selbstkompetenz (Empowerment) muss unbedingt sowohl auf der Mikroebene (Selbstwertgefühl, Selbstbewusstsein, um eigene unabhängige Entscheidungen treffen zu können) und auf der Makroebene (Entwicklung von Solidarität und Einfluss auf rechtliche und politische Entscheidungen usw.) stattfinden.
 
Das Modell zur Selbstkompetenz (Empowerment) in fünf Schritten: 
1. Erläuterung des Problems aus der Sicht der Zielgruppe, um den Sexarbeitenden (SW) eine Stimme zu verleihen und somit ihre Bedürfnisse zu erkennen. Es ist äusserst wichtig, dass die Projektverantwortlichen, geäusserte Anliegen ernst nehmen und auf diese Weise eine Vertrauensebene mit den Sexarbeitenden schaffen. 
2. Erkennung und Stärkung bestehender Erfahrungen der Sexarbeitenden durch Förderung von Edukatorengruppen und Mediatorinnen. 
3. Die Zielgruppe soll gestärkt und unterstützt werden, um eigene Handlungsstrategien zu entwickeln und eine Solidarität zu fördern. Mit dem Ziel die Vulnerabilität zu mindern. 
4. Sowohl die Entwicklung von persönlichen Fähigkeiten (u.a.Lesen, Schreiben, Kenntnisse des schweizerischen Rechtssystems) als auch die Entwicklung von zwischenmenschlichen Fähigkeiten (Formulieren und Durchsetzung eigener Interessen, Verhandlungen usw.) fördern.
5. Der Zielgruppe, konkrete Ressourcen anbieten (Infrastruktur, Budget für Edukatorinnen, Gesundheits- und Soziokulturelle Zentren, usw.)
 
Die Förderung des Empowerments kann sich auf verschiedenen Ebenen positiv auswirken. Auf der zwischenmenschlichen Ebene, erlangen Sexarbeitende ein Gefühl der Zugehörigkeit und zudem fördert es das Selbstbewusstsein. Ein gemeinsames Bewusstsein der sozialen, politischen und wirtschaftlichen Strukturen, in denen die Sexarbeitenden leben unterstützt und fördert die Selbstorganisation und bestärkt auf einer institutionellen, politischen und rechtlichen Ebene zu handeln.
 

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